kPNI

Eine medizinische Fachrichtung, die das Zusammenspiel der Körpersysteme untersucht und deren Verbindung zu psychologischen, sozialen und ökologischen Aspekten im Leben des Patienten betrachtet.

Der nächste Schritt in der Medizin

Stell dir vor, du bemerkst einen Wasserfleck an deiner Decke. Du stellst einen Eimer darunter und vergisst das Ganze. Einige Zeit später ist die Decke gerissen, Schimmel breitet sich aus und das Leck wird immer schlimmer.

Die aktuelle medizinische Versorgung geht ähnlich vor. Der Fokus liegt auf der Linderung von Symptomen, während den eigentlichen Ursachen der Erkrankung kaum Beachtung geschenkt wird. Es ist ein System, das Medikamente und chirurgische Eingriffe gegenüber gesunden Gewohnheiten und Prävention bevorzugt.

Die klinische Psycho-Neuro-Immunologie (kPNI) ist eine neue translationale medizinische Fachrichtung, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt. Sie betrachtet den Patienten aus einer ganzheitlicheren Perspektive und sucht nach dem Ursprung der Erkrankung. Dieser Ansatz gibt den Patienten eine aktive Rolle für ihre Gesundheit und fördert einen gesunden Lebensstil.

kPNI bedeutet weit mehr als nur einen Eimer unter das Leck zu stellen oder die beschädigte Decke zu reparieren. Es geht darum, die Quelle aufzuspüren und zu beheben, damit das Leck nicht wiederkommt.

Ein multidisziplinärer Ansatz

Die kPNI untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem neurologischen, endokrinen, immunologischen und metabolischen System. Sie betrachtet den breiteren psychologischen, sozialen und ökologischen Kontext des Patienten, um ein vollständigeres Bild seiner Gesundheit zu zeichnen.

kPNI-Therapeuten verstehen Gesundheit als Folge der Vergangenheit, nicht nur der Gegenwart. Sie behandeln nicht nur sichtbare Symptome, sondern führen eine gründliche Bewertung des Lebensstils und der Geschichte des Patienten durch. Dies umfasst die Analyse von Biomarkern sowie physiologischen Parametern, Ernährung, körperlicher Aktivität, psycho-emotionalem Kontext, persönlicher und medizinischer Vorgeschichte sowie sozialem, wirtschaftlichem und ökologischem Umfeld.

Diese Fachrichtung basiert auf dem Verständnis, dass eine unausgeglichene Energieverteilung chronische Erkrankungen antreibt. Sie berücksichtigt, dass die Mehrzahl dieser Erkrankungen eine niedriggradige entzündliche oder autoimmune Grundlage hat, die durch Veränderungen in Ernährung, emotionaler Regulation und Lebensstil moduliert werden kann.

Zu den Erkrankungen, die im Fokus der kPNI stehen, gehören kardiovaskuläre Erkrankungen, Frailty-Syndrom, Typ-2-Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Depression, Schizophrenie und chronische Entzündungen.

Die 5 Metamodelle

Die kPNI basiert auf 5 grundlegenden Säulen, die ihren Ansatz in der medizinischen Praxis leiten.

1. Ein neuer Kontext in der Medizin Gesundheit hängt von der Fähigkeit des Einzelnen ab, sich an Veränderungen anzupassen. Die Persönlichkeit ist ein entscheidender Faktor für unser körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden.

2. Vom Foto zum Film Gesundheit hat nicht nur mit der Gegenwart zu tun — sie ist auch eine Folge unserer Vergangenheit. Die medizinische und persönliche Geschichte des Patienten ist daher essenziell. Nicht nur das Foto zählt, sondern der Film, der zum Foto geführt hat.

3. Die 7 Komponenten der Gesundheit Es gibt 7 Komponenten der Gesundheit, die unseren Zustand des Wohlbefindens mitbestimmen: die physiologischen, emotionalen, kognitiven, sozialen, sexuellen, ökologischen und transgenerationalen Aspekte unseres Lebens.

4. Entzündung und Krankheit Niedriggradige Entzündung steht im Zusammenhang mit den meisten, wenn nicht allen, chronischen nicht-übertragbaren Erkrankungen. Niedriggradige Entzündung wird über verschiedene Signalwege ausgelöst, die durch spezifische Gruppen von Risikofaktoren aktiviert werden — sogenannte assoziierte molekulare Muster (AMP).

5. Die metabolische Verbindung Jede Erkrankung geht mit spezifischen metabolischen Veränderungen einher, die eine Umverteilung der Energie im Körper verursachen. Physiologische Systeme, die direkt mit dem Überleben zusammenhängen, profitieren von dieser Umverteilung, während andere Systeme benachteiligt oder stillgelegt werden.

Quelle: Pruimboom Institute